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Nov 2018

 

Dienstag, 27. November 2018:

Der Alltag frisst mich zwar nicht auf, aber weiter halten mich viele Einzelheiten auf Trab. Die Rechnung zur Installation der drei neuen Server ist viel höher ausgefallen, als ich dachte, mit der Sporthalle gibt es Probleme im Umgang miteinander, das Rote Kreuz fragt nach freien Stellen im freiwilligen sozialen Jahr, die Konzeptaushänge am Tag der offenen Tür wollen wir weiter straffen, da die vielen Informationen eh nicht gespeichert werden können, meine Präsentation für die stündlichen Vorträge „Was ist eine IGS“ habe ich ebenfalls kürzer gestaltet, die Courage Scouts wollen mir eine Idee unterbreiten, die sie noch vor Weihnachten umsetzen wollen und so füllen sich die Tage, die doch so langsam besinnlich werden sollen. Das muss ich erst mal noch verschieben, aber ich habe bereits eine Idee für meinen Weihnachtsbrief.

 

Mittwoch, 21. November 2018:

Diese Tage verlaufen unspektakulär, sind aber doch mit vielen Einzelheiten gefüllt. Die Kraniche hängen nach meinem Musikunterricht in allen Klassen wieder an den Decken, vereinzelt haben Kinder den Text auswendig gelernt, die anderen bringen ihre selbst gebastelten Schellengabeln mit – einfach schön.

Ansonsten ist der derzeit größte Brocken die Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür. Die Krankheit des Stufenleiters toppt diesen Teil. Zwar bin ich innerlich ganz gelassen, denn als Stufenleiter habe ich diesen Tag mehrfach vorbereitet und auch als Schulleiter verfüge über Erfahrungen aus der Anfangszeit der Schule. Das wird schon, ist eben ein Zeitfresser, aber die Inhalte habe ich präsent: Unterricht, Konzeptraum, Schülertaxis, Programmfaltblatt usw. Neu wird in diesem Jahr die Vorstellung der Wahlpflichtfächer. Immer wieder hörten wir in letzter Zeit, dass ihre Wichtigkeit als Kennzeichen der Integrierten Gesamtschule zu verblassen droht, hie und da ist auch Wildwuchs in den angebotenen Fächern entstanden und eine Verwaltungsvorschrift regelt diesen zuvor „freien“ Raum inhaltlich und formal. Dem wollen wir Rechnung tragen. Die sechs WPF-Gruppen aus Jahrgang 9 kommen am Tag der offenen Tür nach Wachenheim und präsentieren ihr Fach aus erster Hand. Der große Rest wird sein wie immer.

 

Donnerstag, 15. November 2018:

Mit Fug und Recht trägt der heutige Tag den Titel „Hammertag“. Früh morgens, der erste Nebel hing in den Landschaften, fuhr ich nach Alzey zur Dienstbesprechung mit der Schulaufsicht. Die Runde hat sich deutlich verjüngt, „nur“ zwei der IGS-Schulleiter/-innen sind aus meinem Start in dieser Konstellation noch „übrig geblieben“, auch das Personal der Schulaufsicht ist bereits ausgewechselt oder die Stelle vakant. So vergeht die Zeit! Auch am Nachmittag beim Netzwerktreffen mit dem Bildungsministerium das gleiche Bild: Wir beiden gehören zum „alten Eisen“. Aber die Themen aus der Anfangszeit beschäftigen uns noch immer: Wahlpflichtfächer und Differenzierung. Nur die Übergreifende Schulordnung ist neu und stand daher im Mittelpunkt. Sie birgt einige Veränderungen, so dass auch eine neue Zeit beginnt.

Damit nicht genug: Die Informationsrunde für Eltern der vierten Klasse mündet schließlich in den eigenen Abend. „Was ist eine IGS?“ Die Präsentation hatte ich etwas aktualisiert und neue Bilder eingefügt. Ansonsten bin ich „noch voll drin“. Zum Glück waren wir zu zweit (Danke!). Immer, wenn die Lautstärke meine Stimme preiszugeben geneigt war, sprang in lockerem Wechsel die Didaktische Koordinatorin ein. Vielleicht meinte sie deshalb: „Wir müssen uns da kürzer fassen!“ Mag sein, dass ich gebremst werden muss.

 

Mittwoch, 14. November 2018:

Zwei Tage war ich auf der Couch, Nase, Hals und Kopf in Mitleidenschaft gezogen. Zwar noch immer nicht fit, aber das heutige Bau-Jour-Fixe zwang mich in die Schule. Ein Schrecken durchfuhr mich während der Sitzung: Das Bodengutachten, das für den Neubau angefertigt wurde, stammt bereits aus dem Jahr 2012! Niemand in der Runde vermochte zu sagen, ob dies noch gültig ist. Nachsehen und dann gegebenenfalls ein neues beantragen. Seit dem letzten Jahr gilt eine neue Schadstoffverordnung. Daraufhin muss eine erneute Untersuchung her. Geht jetzt alles wieder von vorne los? Immerhin besteht der Schulträger auf den Abrissbeginn zu Beginn Sommerferien. Die kurze Entspannung scheint sich wieder mit Skepsis zu mischen…

Auch das hatten wir doch bereits alles schon mal eruiert: Die Aufteilung der naturwissenschaftlichen Räume. Aber hier war schnell ein Konsens gefunden – es ist der alte! Nun ja, mag es in der Fußball-Nationalmannschaft einen gelungenen Neustart gegeben haben, die Wiederaufnahme des Bauprojektes der IGS in Deidesheim muss da wohl erst noch nachziehen!

 

Sonntag, 11. November 2018:

Die neuen Kolumnen von Andreas Maier sind längst gelesen. Auch diese 21 sind ein Genuss und reichen thematisch von „Neulich war ich im Keller des Verlages“ über „Neulich dachte ich an meinen Bart“ bis zu „Neulich war ich in Freiburg“ oder „Neulich fuhr ich nach Wien“, auch war Maier unter Kühen, denkt über Besenkammern nach ist mal unpolitisch und so fort. Die Vielfalt der Themen entspricht dabei dem Leben selbst. Alle Kolumnen gehen von einem wirklichen Punkt, einer realen Begebenheit oder einem Gedanken aus. Von dort schweifen sie wie ein Heißluftballon gemächlich über die Gedankenlandschaft und vermitteln bisher ungeahnte Draufsichten oder andere Perspektiven.

Klar, alle beginnen wieder mit dem gleichen Wort „Neulich“. Das bestimmt Maiers Linie. Sein sich stets wiederholender Beginn birgt einige Vorteile. Zum einen führt dieser zu einem hohen Wiedererkennungswert. Wer die Worte „Es war einmal“ liest, wird es immer mit einem Märchen zu tun haben. Wer „Neulich“ liest, ist bei Andreas Maier. Zum anderen können alle Text-Gegenstände aus naher oder fernerer Zeit mit diesem Wort ganz einfach und mühelos in die Kolumne geholt werden. Ganz anders etwa die Formulierungen „vor nicht zu langer Zeit“, „vor kurzem“ oder jede näher bestimmte Zeitangabe wie „gestern“, letzte Woche“ oder „im letzten Jahr“. Viel zu konkret und viel zu unpoetisch.

Kolumnen erscheinen ansonsten in regelmäßiger oder unregelmäßiger Folge unter demselben Titel an der gleichen Stelle. Diese hier wieder in der österreichischen Literaturzeitschrift „Volltext“. Die Kolumne „Durch meine Brille“ aus der hiesigen Lokalredaktion der Tageszeitung etwa erschien in jeder Samstagsausgabe. Nach dem Weggang des Chefredakteurs wurde sie in „Nachgehakt“ geändert. Zu sehr hängen Kolumnen am Autor, als dass sie einfach unter anderen Autoren fortgeführt werden können. Als journalistische Kleinform, in der Nachbarschaft zum Kommentar und zur Glosse, so die Definition weiter, enthält die Kolumne Gedanken oder Meinungen des Autors zu bestimmten oder verschiedenen Themen. Bei den vorliegenden Texten also: Andreas Maier pur eben.

Mich faszinieren diese Regelmäßigkeit, diese inhaltliche Vielfalt und der Ideenreichtum. Zwischendrin packte mich die Lust, mich selbst einmal an dieser Textform zu versuchen. Einen festen Erscheinungsort wäre mit Schulleiters Tagebuch ja bereits gegeben. Maiers „Trick“ mit immer demselben Wort zu beginnen, würde ich mir abgucken. Aber natürlich muss ein anderes Wort als „Neulich“ her. Nach einigem Suchen und Erinnern hätte ich bereits eines gefunden, das ich selbst aus dem Sprachalltag der Familie kenne. „Neulich“ müsste in der Pfalz „letschd“ heißen, zu hochdeutsch: letztens. Nach kurzem Überlegen fielen mir bereits acht geeignete Titel ein. Soll ich den Sprung also wagen? Reizvoll wäre es ja schon, einmal über Themen zu schreiben, die nicht unmittelbar mit der Schule zu tun haben. Ich bin aber doch kein Schriftsteller und wen interessieren schon Kolumnen eines Schulleiters? Ich stellte das Zweifeln und Zaudern, jedes Sträuben und jede Skepsis schließlich doch in den Hintergrund und begann. Und voila! Hier ist für alle Interessierten meine erste Kolumne:

 

Letztens wurde mein Herrenausstatter hundert

Letztens wurde mein Herrenausstatter hundert. Also der Laden, nicht der Inhaber. Wenn die wenigen Kleidungsstücke, die ich bei ihm erstanden habe, das Possessivpronomen „mein“ überhaupt rechtfertigen. Aber immerhin stammt der Anzug für die Abiturfeier von dort. Mein bisher teuerstes Einzelstück. Zwei, drei Krawatten kommen ebenfalls aus diesem Hause, bleiben preislich aber weit hintendran. Quasi mitgekauft wird immer eine Beratung, auch wenn ich sie gar nicht will, oder wenn ich deren Inhalt hie und da nicht teile. Etwa bei gemusterten Krawatten, die man angeblich „heute auch zu gemusterten Hemden tragen kann“. Für mein Auge ist das zu unruhig. Schafft zu viele Eindrücke, zu viele optische Impulse – oder gar Verwirrungen? Entweder Hemd oder Krawatte will ich uni haben. Obwohl ich auch bei dieser Regel Kritik ertragen muss: „Ich würde zu diesem Hemd nicht diese Krawatte tragen“. Aber damals ging es eher um die Farbnuancen.

An Hinweisen und Feedbacks fehlt es einem Krawattenträger 2018 wahrhaftig nicht, ist dieses Stoffutensil doch bei fast allen Mitmenschen reich mit emotionalen und affektiven Begleitvorstellungen behaftet. Allein der Ursprung ist bereits umstritten, angeblich leitet sich das Wort von „cravate“ her, kroatische Söldner hätten Stoff um den Hals gebunden, mehr ein Tuch als schon eine Krawatte – und damit war es Teil einer Uniform. Uniformität kann man den heutigen Krawattenträgern derweil nicht nachsagen. Dazu ist der Langbinder (unterschieden vom kurzen, der Fliege) zu sehr aus der Mode gekommen. Selbst die Schriftführer im Präsidium des Bundestages wurden vor ein paar Jahren vom Krawattenzwang befreit. Allerdings nicht aus modischen Gepflogenheiten. Die Fraktionen der Linken und der Grünen hatten angeblich Schwierigkeiten, Kandidat/-innen zu finden, die sich dieser Kleiderregelung unterordnen wollten. Auch Schulaufsichtsbeamte sieht man immer seltener mit Langbindern. Und sogar auf der politischen Hochebene erschienen Alexis Tsipras und Gianis Varoufakis mit offenem Hemdskragen. Dabei verhandelten sie in Brüssel doch immerhin über die Zukunft Griechenlands. Krawatte gleich Muff, Rückständigkeit und Spießertum? Der Binder nur für gierige Banker und Manager? Zu Beginn trugen doch auch die 68-ger ihre schmalen Schlipse, die es kaum vermochten die Knopfleiste des Hemdes zu bedecken und so zumindest optisch vom Gewölbe des Bauches abzulenken. Mit dem Schlips geht es also den Bach runter! Wer von den Jungen weiß noch den doppelten Windsor Knoten vom „Four-in-Hand“ zu unterscheiden? Bei C.G.Jung (oder war es nicht doch Sigmund Freud?) habe ich im Studium gelesen, die Krawatte drücke tiefenpsychologisch eine Penisverlängerung aus, darin ähnlich den Phallus-Köchern der Urbevölkerung Papua-Neuguineas. Diese stülpen eine lange Hülse über denselben, die, um nach oben zu zeigen, mit Schnüren um den Bauch, gehalten wird. Damit ist die Rangfolge und ihr Machtanspruch deutlich und für jeden sichtbar vor Augen geführt. Dieser Faden ließe sich dann – natürlich wiederum nur symbolisch - direkt weiterspinnen zur Weiberfastnacht. In den Rathäusern übernehmen die Frauen das Zepter und dem feinen Tuch geht es mit der Schere an den Kragen. Dessen ungeachtet, auch weil ich den Schlips nicht als bieder, nicht als „Kulturstrick“ oder „Luft-Abschnürer“ empfinde, schon gar nicht „stranguliert“ er mich, werde ich meinen etwa 50 Exemplaren weiterhin die Treue halten, einfach, weil’s mir gefällt. Irgendwie hänge ich auch an meinem Herrenausstatter. Er bedenkt mich übrigens zu jedem Geburtstag mit einem Gutschein. So hält man sich über die Jahre an Ort und Stelle, während andere Geschäfte kommen und gehen.

Und noch etwas ist hundert Jahre her: das Ende des Ersten Weltkriegs. Meine beiden Urgroßväter haben darin gekämpft, beide kamen gottlob zurück.  Als ehemaliger Saarbrücker Bürger ist mir die Spicherer Höhe bekannt. Sie hat durch Schlachten im deutsch-französischen Krieg 1870/71 traurige Berühmtheit erlangt. Noch heute ragen die Denkmäler in den jetzt friedlichen Himmel. Soldatenfriedhöfe künden vom damaligen Grauen. Die Nazis wollten die Höhe innerhalb der Maginot-Linie unbedingt halten. Zwischen diesen beiden Ereignissen, jedes für sich blutig und grauenhaft genug, auch noch der Erste Weltkrieg, erstmals Materialschlachten, erstmals Einsatz von Giftgas, Millionen Gefallener, 70% der Welt war darin verstrickt, wer es sich nicht vorstellen kann, lese Erich Remarques „Im Westen nichts Neues“. Ich habe das Glück, in Frieden und Freiheit aufgewachsen zu sein, ein Umstand, der den letzten Generationen meiner Familie versagt blieb.

Und: Nachdem Scheidemann 1918 die Republik ausgerufen hatte, also vor hundert Jahren erst, wurde das Frauenwahlrecht gesetzlich eingeführt. In Liechtenstein mussten die Frauen zwar selbst darauf noch 66 weitere Jahre bis 1984 (!) warten, aber betrachtet man aber die Zahl der weiblichen Führungskräfte oder unterschiedlichen Einkommen für dieselbe Arbeit, dann sind wir auch bei uns in Sachen Gleichberechtigung noch immer nicht am Ziel. In der dann folgenden Zeit der „Goldenen Zwanziger“ schnitten sich die Damen von Welt die Haare und den Rocksaum ab, trugen leichte Kleider mit Spaghetti-Trägern zum Charleston, griffen zu den überlangen Zigarettenspitzen und zierten sich mit Stirnbändern oder Federboas.

Ob mein Herrenausstatter, entgegen seiner Bezeichnung, die aus einer Zeit stammt, die noch nichts von Gleichbehandlung der Geschlechter wusste, für die Zwanziger-Jahre-Dame etwas im Angebot hatte? Dies entzieht sich dann doch meiner Kenntnis.

 

Freitag, 09. November 2018:

Von Wachenheim kommend, habe bei offener Klassenzimmertür die Gruppe gesehen, die sich später auf den Weg zum jüdischen Friedhof machen sollte. Seit einigen Jahren schon hat die IGS so etwas wie eine Patenschaft dafür übernommen, den Friedhof „in den Winter zu schicken“, immer an diesem 9. November. Meine Zeit in Deidesheim war gefüllt mit dem Ausdrucken und Abzählen der Elternbriefe für den Tag der offenen Tür. Das Sekretariat belebte ich heute aus Krankheitsgründen allein, fast etwas gespenstisch. Da freute ich mich richtig, als eine Abordnung der SV einen Termin „gebucht“ hatte. Auf der Klausurtagung haben die Schüler/-innen beschlossen, sich erneut um Medienscouts zu kümmern. Wäre ganz prima, wenn diese „Ausbildung“ noch einmal zustande käme. Die frisch gedruckten Briefe für Wachenheim konnte ich gleich mitnehmen, die anderen blieben auf dem Tresen liegen. Die Woche endet ja immer mit zwei Musikstunden, das hieß heute: Das Lied der Kraniche singen und ebensolche aus Papier falten. Am Dienstagabend hatte ich vereinzelte Kranichrufe gehört, den Augen blieb der Zug vorenthalten. Das war im letzten Jahr vermutlich ein absoluter Glücksfall!

 

Dienstag, 06. November 2018:

Durch einen längerfristigen Ausfall wurde ich heute in die Zeit meines Stufenleiter-Daseins zurückversetzt: Mit den beiden Teams 5 und 6 besprachen wir das Programm des Tages der offenen Tür. Lang, lang ist’s her, da dieses Detail zu meiner Stufenleiteraufgabe gehörte. Allerdings nur alle 5 bis 6 Jahre, denn an meiner ehemaligen Schule „wuchsen“ die pädagogischen Koordinatoren mit ihren Jahrgängen bis Klasse 10 mit. Nicht nur der Doppelstandort verhindert dies, es gibt kaum noch eine IGS, welche das so beibehalten hat.

Am Abend eine schöne Idee: Der Schulelternbeirat traf sich, besetzte die verschiedenen Ämter und Aufgaben und verabschiedete die ehemaligen Mitglieder mit Dank und etwas für Leib und Seele. Sehr schön! Dann kann und wird die neue Amtszeit nun ihren Lauf nehmen. Auf gute Zusammenarbeit!

 

Montag, 05. November 2018:

Da haben sich ein paar freie Tage geschickt aneinandergereiht und Zeit für den Garten erübrigt. Einige Säcke und Tonnen Grünabfall fanden ihren Weg zur Sammelstelle. Dazwischen noch das (für mich überflüssige) Halloween. Die „Süßes-oder-Saures-Sager“ haben wir gefragt. Sie wussten nichts über den Hintergrund, dabei ist er ja mit dem Ursprung in Irland durchaus nicht uninteressant. Im Ritualiengepäck nahmen die Auswanderer seinerzeit den „All-Holy-Evening-Brauch“ am Abend vor Allerheiligen mit in die neue Welt. Freilich standen statt der amerikanischen Kürbisse europäische Rüben im Mittelpunkt. Völlig entleert kam dieser Brauch dann wieder über den Teich zurück nach Europa und übt jedes Jahr seinen Schabernack. Den Kindern sei’s gegönnt.

Heute nun besuchte ich einen Leistungskurs in Mathematik. Den wenigsten Lernenden war anzumerken, dass sie aus Interesse in diesem Kurs saßen. Vermutlich haben viele Mathematik gewählt, damit sie anderem aus dem Weg gehen. Ich wies beim Hinausgehen mit der Bemerkung darauf hin, dass sie sich schon in Richtung Abitur bewegten und dafür eine engagiertere Arbeitshaltung vonnöten sei. Konnte es mir einfach nicht verkneifen. Schulleiter eben!