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Feb 2019

 

Mittwoch, 27. Februar 2019:

Dazu gibt es also einen Feriendienst für Schulleitungen. Natürlich führte ich einige Telefonate wegen der Geschichte am Bahnhof mit Eltern, Polizei und Schulaufsicht, bis der Vorfall einigermaßen befriedet war. Ein weiterer Termin stand heute auf dem Kalender: Baujourfixe in der Kreisverwaltung mit Architekten, Fachfirmen, Schulträger und Schulleiter. Riesige Pläne lagen ausbereitet auf dem Boden, weil keiner der Tische ausreichte. Das Besondere daran war nicht der Bauablauf. Den kannte ich in groben Zügen bereits. Auf den Plänen war aber erstmals der Terminablauf notiert. Am letzten Schultag stehen zwei Überseecontainer bereit, in welche wir das Mobiliar der sechs Klassenzimmer verstauen sollen, auch sonst muss das Gebäude leerstehen, die Versorgungsleitungen abgeklemmt sein, denn ab 1. Juli wird abgerissen. So habe ich es schriftlich auf dem Plan gelesen. In der ersten Ferienwoche sollen dann die zusätzlichen Container kommen, die zum ersten Schultag bezugsfertig sein sollen. Der erste Bau soll dann bis Juli 2020 fertig gestellt sein. Auch das habe ich dem Plan entnommen. Die Spannung steigt!!!!

 

Samstag, 23. Februar 2019:

Welch einen Abend durfte ich da erleben! In einem Neustadter Gymnasium ging die inklusive Musikrevue „Wir träumen“ über die Bühne. Beteiligte waren die Theatergruppe der Lebenshilfe, die schon zwei Mal in der Schule gastierte, die inklusive Puzzleband, die regional bekannte Jazzsängerin Nicole Metzger und Chor und Bandklasse unserer Schule. Natürlich ist das Theatererlebnis nicht mit dem Staatstheater zu vergleichen, dafür ist es viel emotionaler und herzergreifender, zumal ich einige Darsteller wiedererkannte. Und wie die Musik auch bei geistig beeinträchtigten Menschen ins Blut geht – einfach herrlich zu sehen. Ein junger Mann der Puzzleband begeisterte mich besonders. Er spielte rhythmisch die Kongas in einer Präzision, dass es mir vor Staunen den Atem verschlug. Als er gemeinsam mit Nicole Metzger eine Beatbox-Nummer vortrug, hatte ich Tränen in den Augen. Ein Erlebnis der ganz besonderen Art.

Geschmälert wurde der Abend nur von einer SMS: Am Bahnhof in Wachenheim gab es eine Schlägerei, in die auch Schüler von uns verwickelt waren. Vor allem der Polizeieinsatz wird für Unruhe sorgen.

 

Freitag, 22. Februar 2019:

Gestern schrieb ich noch eine Klassenarbeit in Deutsch. Ich wollte das Grammatikthema noch abschließen, wer weiß, ob ich nach den Winterferien noch vertretungshalber in der Klasse bin. Daher habe ich die Arbeit auch noch am selben Abend korrigiert, das geht bei einer solchen Grammatik-Arbeit flott an einem Abend, anders als bei Textaufgaben oder Aufsätzen. Die Arbeit ist gut ausgefallen, fast könnte ich ja Rückschlüsse auf das Sprechen im Chor finden, aber da spielen ja verschiedenste Faktoren hinein. Als letztes Fazit halte ich fest: Es hat mir Riesenspaß bereitet, einmal dorthin zurückzukehren, wo mein Anfang war, nämlich im Deutschunterricht, und: Ich kann es noch.

Auch das erste Assembly nach der unruhigen Chaos-Veranstaltung im Dezember klappte besser, nein, sogar gut. Ich hatte in allen Fünferklassen Teile der Musikstunden dazu genutzt, über das Verhalten im Assembly zu reden und dass ich ein solches nicht mehr durchführen will. Wieder einmal hat sich das Gespräch und das pädagogische Arbeiten gelohnt, wie schön.

Jetzt können die Winterferien beginnen, so seltsam sie sich für mich anfühlen. Allen Skifahrern sei die Nebensaison gegönnt. Aber: Kommt mir ja mit heilen Knochen zurück!

 

Mittwoch, 20. Februar 2019:

Das inklusive Labyrinth-Projekt ist nun auch im Förderverein angekommen. Er ist diejenige Institution, welche Spendenquittungen ausgeben kann. Ein naher Baumarkt möchte das Projekt gerne unterstützen, benötigt verständlicher Weise diese Spendenquittung. Mitten in die Sitzung erreichte uns via Mobilfunk die Nachricht: Der größte Zuschussantrag bei der Stiftung des Landkreises ist befürwortet und genehmigt worden. Damit lässt sich jetzt gut weiterarbeiten. Auch ein Landschaftsgärtner ist gefunden, der das vorgesehene Gelände mit dem Bagger vorbereitet und uns beim Verlegen der 800 Pflastersteine unterstützen will. Allerdings sprach er davon, dass bei den hundert Quadratmetern Fläche etwa 31 Tonnen Kies als Unterlage nötig seien. Da stockte mir doch der Atem. Ich kann mir den Berg von 31 Tonnen gar nicht vorstellen, noch schwieriger wird es wohl werden, diesen Berg gleichmäßig als Fundament zu verteilen. Wie viele Schubkarrenladungen mögen dies sein? Das können doch Schüler nicht alleine bewältigen. Ich denke, da muss eine größere Aktion draus werden….

 

Dienstag, 19. Februar 2019:

Nicht alle Tage kommt der Stadtbürgermeister in die Schule, da muss schon ein spezieller Anlass her: Heute startete quasi das Labyrinth-Projekt. Ältere Menschen aus dem Seniorenstift in Deidesheim und welche der Lebenshilfe in Neustadt kamen in die Schule, um mit Schülerinnen und Schülern Pflastersteine zu bemalen, die dann nach Fertigstellung die Wege durch das Labyrinth begrenzen werden. Als Unterstützer wollte auch der Stadtbürgermeister das Projekt begleiten und ein paar Grußworte sprechen. Ein schöner Anblick, wie verschiedene Generationen an den Bänken im Werkraum sitzen und die farbigen Pinsel führen.

In der abendlichen Sitzung des Schulelternbeirates war das Hauptthema der momentan hohe Unterrichtsausfall, speziell in einer Klasse. Die Aufregung war verständlich und wohl zurecht wurde die zu verbessernde Kommunikation angemahnt. Auf der anderen Seite steht das Problem von über zwanzig erkrankten Lehrkräften nicht an einem Punkt fest, sondern entwickelt sich langsam. Zu welchem Zeitpunkt etwa wäre also ein Elternbrief sinnvoll und angemessen? Einzelne Krankheiten stehen selten von Anfang als Langzeitkrankheiten fest, sondern kommen quasi scheibchenweise bei uns an. Ich konnte die Ausweglosigkeit verdeutlichen: Selbst, wenn es Langzeiterkrankungen gibt (in einem Fall war dies lange bekannt), genehmigte die Schulaufsicht eine Vertretung, aber es war keine Lehrkraft ausfindig zu machen. Und betrifft es das Fach Mathematik, so schauen alle in die Röhre, denn „freie“ Mathematiklehrer sind landesweit nicht zu bekommen. Sprich: Schule war bemüht, hat Reserven rekrutiert, hat Mehrarbeit geleistet, die Schulaufsicht war informiert, aber stand auch mit gebundenen Händen da. Ich glaube, das konnte ich gut vermitteln und ein, zwei Lösungsansätze deuteten sich an, denn freilich belastet späterer Unterrichtsbeginn oder früherer Unterrichtsschluss vor allem die Elternhäuser, auf die dann die Betreuung zukommt. Stofflich bin ich eher gelassen, denn im Laufe einer Schullaufbahn ist das immer noch marginal. Ich selbst musste zwei Kurzschuljahre durchlaufen. Da musste jeweils ein halbes Schuljahr „reingeholt“ werden. Insgesamt also eine heftige Sitzung, die aber wohlwollend und nicht „beißend“ verlief.

 

Montag, 18. Februar 2019:

Neben den Deutschstunden habe ich in einer fünften Klasse auch den Klassenrat als Vertretung übernommen. Noch so ein Anlass, der mich immer wieder in meinem Berufswunsch bestärkt. Heute ging es darum, dass immer wieder über einen Mitschüler geschimpft wird, weil er zu laut ist, Schimpfwörter benutzt und einfach die Mitschüler/-innen mit seinem auffälligen Verhalten auf die Nerven geht. Er bekommt es aber nie gesagt. Dies übten wir heute ein. In Ruhe und mit großer Ernsthaftigkeit besprachen wir das Problem. Vielleicht hat der Mitschüler zum ersten Mal in Ruhe gehört, was sein Verhalten auslöst. In der fünften Klasse ist es auch noch nicht zu spät, da kann jeder nochmal aus einer vermeintlichen Rolle herausfinden. Eine gute und intensive Stunde also.

Im Schulleitungsteam versuchten wir eine neue Struktur zu finden. In diesem Oktett gibt es immer wieder Inhalte, die nicht alle betreffen, aber alle sitzen immer da, Könnte man das durch eine planende Struktur nicht effektiver gestalten? Wir versuchen es nach einiger Diskussion jetzt einmal so: Wir beginnen mit allen, setzen eine feste Zeit für mehr allgemeine Inhalte und füllen den eingesparten Raum mit kleineren Konstellationen, die direkt betroffen sind. Dazu bedarf es natürlich einer Vorbereitung (Wer möchte mit wem und worüber reden), um dann ein Raster zu entwerfen, damit nicht der Zufall regiert. Mal schauen, ob sich dies bewährt.

 

Freitag, 15. Februar 2019:

Wie es so gehen kann: Ich hatte einen Bautermin um zehn Uhr in Deidesheim wahrzunehmen. Dafür sollte der Mathematikunterricht vorgezogen werden und dann erkrankte Vertretung. Nochmal Unterrichtsausfall. Das ist gerade und immer noch ein großes Thema. Da ist es uns gerade gelungen, eine Vertretungskraft einzustellen, und schon fällt aus dem Kollegium noch jemand längerfristig aus. Das macht derzeit keinen Spaß. Wie auch, wenn es Tage gibt, an denen von 72 Kolleg/-innen über zwanzig nicht zur Verfügung stehen…Mich wundert es, dass der Schulbetrieb überhaupt noch aufrechterhalten werden kann und dass es Klassen gibt, die davon gar nichts mitbekommen! Dabei lese ich in der Tageszeitung, dass sich die Grippewelle in Rheinland-Pfalz sich gerade erst auszudehnen beginnt. Der Höhepunkt werde an den Faschingstagen erreicht. Na denn: Prost!

Der Bautermin war weit vorausplanend angesetzt. Es ging um die Feinabstimmung der Ausstattung von zwei neuen Fachräumen in den Naturwissenschaften. Konkret: Wir werden zwei Biologieräume mit Vorbereitungsräumen erhalten. Die Enge in den Fächern Biologie, Chemie und Physik, die durch die fehlenden Fachräume entsteht und die auch die Stundenpläne verschlechtern, wird ein Ende haben. Aber: Es ist die letzte der Baumaßnahmen und damit Zukunftsmusik. Immerhin brachte mich der Termin einmal direkt unters Dach. Der vorhandene Ventilator musste auf seine Kapazität hin überprüft werden. Kann er die zusätzliche Saugleistung für einen weiteren Abzug aus einem neuen Schrank mit Chemikalien leisten oder muss ein neuer eingeplant werden. Wie sollen bzw. müssen die neuen Vorbereitungsräume ausgestattet werden? Wo sollen die Gas-, Wasser-, Strom- und Netz-Anschlüsse verlegt werden, damit die Lernenden fachgerechte Versuche durchführen können? Handwaschbecken eher an die Tür, Abflussbecken für Schüler hinten an die Wand und weitere konkrete Einzelfragen waren zu beantworten. Ich hatte es noch gar nicht erwähnt: Die ersten Bäume sind für die künftige Baustelle gefällt worden. Das musste bis zu einem bestimmten Termin im Februar vollzogen sein, damit die Nestbauzeit der Vögel nicht tangiert wird. Jaja, so langsam wird es richtig konkret. Wenn ich richtig rechne und alles so läuft, wie es geplant ist, sind es noch etwas mehr als fünf Monate bis zum ersten Abriss! Das bedeutet auch, dass bis dahin die sechs weiteren Container bezugsfertig sein sollen. Abgerissen wird zwar in den Sommerferien, doch die Schulmöbel müssen ja vorher irgendwohin.

Und was noch nicht durchgestanden ist: Das Aufnahmeverfahren für die neuen Jahrgänge fünf und in elf. Wobei eher die Enttäuschungen von nicht gelosten Kindern aus fünf bei mir angekommen…

 

Mittwoch, 13. Februar 2019:

Ein Unterrichtsbesuch der besonderen Art, denn wir vereinbarten, dass wir zwei mündliche Prüfungen in Mathematik simulieren. Realistischer kann es fast nicht sein: Schulleiter als Prüfungsvorsitzender und die „echte“ Fachlehrerin als Prüferin. Lediglich die Protokollantin fehlte, aber für die Prüflinge ist diese eh kaum wahrnehmbar. Der Erfolg war durchschlagend: Fachlich lief alles wie ich es gewohnt bin. Vorbereitungszeit, zwei Aufgaben, Präsentation mit Folien und aufgeregte Prüflinge. Danach konnten wir gemeinsam mit den freiwillig Hinzugestoßenen in Ruhe auswerten, Beobachtungen mitteilen und Hilfestellungen geben. Ich konzentrierte mich dabei auf die nicht-fachlichen Dinge. Reden, was das Zeug hält, wenn der Prüfling aufhört übernimmt zwangsläufig der Prüfer das Ruder und das kann schnell ins Auge gehen. Lieber etwas ausschweifen und einen zusätzlichen fachlichen Nachbaraspekt einbinden. Vor allem Körperhaltung und Ausdrucksweise kontrollieren. Statt sich die Hände verunsichert zu reiben, sie lieber in die Hüfte stemmen mit einer inneren Haltung: „Klar, schaffe ich das!“. Das war richtig gut gelaufen. Vermutlich wäre die eine der beiden simulierten Prüfungen im Einserbereich bewertet worden.

Ein seit Sommer angedachtes Projekt nimmt Fahrt auf. Angeleitet von einer Kollegin „bauen“ Schülerinnen und Schüler eines Ethikkurses gemeinsam mit der Lebenshilfe in Neustadt und dem Seniorenheim in Deidesheim ein Labyrinth. Welch eine Kooperationsleistung! Dazu treffen sich alle drei beteiligten Gruppen in der Schule, bemalen Steine, die den Weg durch das Labyrinth begrenzen, bevor sie dann unter Mithilfe eines Landschaftsarchitekten verlegt werden. Zwei Zuschussanträge wurden bereits gestellt, just zu dem heutigen Gesprächstermin kam eine erste Zusage. Außergewöhnlich, beeindruckend und nachhaltig, denn das Labyrinth wird auf einer Wiese vor dem Seniorenheim wetterfest angelegt.

 

Freitag, 08. Februar 2019:

Ich hab’s ja gewusst: Die Personalpronomen haben sich mit Spaß, Wiederholung und Klatschen in den Köpfen eingenistet. Vielleicht noch nicht bei allen, aber doch bei vielen.

Die beiden Musikstunden waren gefüllt mit dem Cupsong. Die Kids wollen einfach nicht im Rhythmus bleiben. Dieser ist aber das A und O der ganzen Nummer. Wenn die „Klacks“ nicht synchron kommen, sondern sich viele auf einzelne Aufschläge verteilen, kommt sie nicht rüber.  

Wichtige Klärungen mit dem Ministerium und der Schulaufsicht machten den Wochenausklang nochmal wichtig. Die Anträge zur Genehmigung der Wahlpflichtfächer nach der neuen Verwaltungsvorschrift bedurften der Nachfrage in Mainz, ein kniffliger Einzelfall bei der Aufnahme in Klasse elf und die Regelung der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf benötigten noch die Schulaufsicht in Neustadt. Für eine Kollegin begann dann das erste Wochenende als Beamtin auf Lebenszeit, in ihrer Biografie wird dieses Datum bis zur Pension von Bedeutung sein.

 

Mittwoch, 06. Februar 2019:

Heute hat die Anmeldung für die Oberstufe für die Schüler/-innen von extern begonnen. Erwartungsgemäß haben sich viele gemeldet. Im Gegensatz zur Anmeldung in Jahrgang fünf bedarf es eines vorher ausgemachten Gesprächstermins. Zu viele Einzelfragen der Fächerwahl innerhalb der Profile bedingen, dass wir diese Anmeldung nicht „einfach so“ laufen lassen. Zu lange Wartezeiten hatten sich bei den ersten Jahrgängen ohne vereinbarte Termine gebildet.

Die Leitung der Polizeiinspektion war in Deidesheim. Wir sprachen über kritische Situationen, die innerhalb des Schulbetriebs möglich sein können und Wege, wie wir solche am besten gemeinsam begegnen können. Dazwischen die ersten Anrufe wegen des negativen Losentscheids. Oh, ja, ich kann mir die Enttäuschung leibhaftig vorstellen, kann verzweifelte und weinende Mütter am Telefon und die Kinder dahinter verstehen. Nur ändern kann ich es nicht. Zum Glück erhalte ich auch Reaktionen der Glücklichen, ohne die die Telefonate noch schwerer zu verarbeiten wären. In einer Mail stand:

„[…] Als wir ihr den Brief von der IGS zum Lesen gaben, kam ein freudiges Jauchzen....sie sprang ihrem Bruder in den Arm und fing plötzlich an vor Glück zu weinen […] Mir wurde klar was für ein Stein ihr vom Herzen fiel […] Auch mir kamen die Tränen. Wir freuen uns total.“ 

So erlebe ich Freud und Leid in einem Zug, wenngleich die verzweifelten Anrufe länger haften bleiben. Sie nehme ich auch mit nach Hause, denn sie bleiben ja bestehen.

 

Montag, 04. Februar 2019:

Es war ein echtes Erlebnis für mich: Meine erste Deutschstunde in einer fünften Klasse seit etwa zehn Jahren. Aufgrund des hohen Krankenstandes im Kollegium und des Unterrichtsausfalls speziell in dieser Klasse, werde ich zusätzlich einige Stunden in Deutsch übernehmen. Die Erfahrung heute zeigte mir erneut: Genau deswegen bin ich Lehrer geworden und ich kann es noch. Es machte mir unbändig Spaß, mich mit der Klasse durch die Wortarten zu hangeln. Alte Wortreihen, laut im Chor gesprochen, verbunden mit rhythmischem Klatschen, sind mir noch präsent, als hätte ich sie gestern zuletzt aufgesagt. Also schallten heute die Personalpronomen durch den Klassensaal, womöglich auch im Flur: „ich, du, er/sie/es, wir, ihr, sie“. Dreimal mit der ganzen Klasse, dann einige einzeln, zum Schluss nochmals mit allen. Ich glaube, diese Methode, so altbacken sie zu sein scheint, ist nach wie vor eine erfolgreiche. Ich werde es am Freitag überprüfen können, wenn ich nochmals in der Klasse bin.

Ein weiterer schöner Moment: Das Schulleitungsteam war heute seit einiger Zeit wieder einmal vollständig. Fast hatte ich mich schon an die kleinere Runde gewöhnt. Umso schöner das Oktett heute. Allerdings konnte ich es nicht lange genießen, denn der Schulträgerausschuss tagte noch im Ratssaal. Also, auf nach Bad Dürkheim. Die Themen rissen mich nicht aus dem bequemen Stuhl, aber was sein muss, muss halt sein.

Die Skifahrer sind seit heute aus den Klassen sieben bis zehn unterwegs. Ich hoffe, ihr kommt gut an. Ausreichend Schnee dürftet ihr ja haben. Und: Passt auf eure Knochen auf!

 

Freitag, 01. Februar 2019:

Der neue Jahrgang steht als ein erster Entwurf, denn erfahrungsgemäß wird es noch Veränderungen durch zurückgegebene Plätze geben, wenn die Anmeldungen der anderen Schularten starten. Zweieinhalb Stunden saß der Aufnahmeausschuss über der Anmeldedatei, wie mir berichtet wurde. Zwar bin ich als Schulleiter per Schulordnung davon ausgeschlossen, aber bin letztlich derjenige, der die Schüler auf Vorschlag des Ausschusses aufnimmt. Bei den nicht gelosten Kindern wird es Widersprüche geben, die selbstredend ebenfalls bei mir ankommen werden. Das Ministerium wird sich hoffentlich nicht melden, da kein Kind außerhalb des Schulträgerbezirks aufgenommen wurde.

Ansonsten war heute ein ruhiger Tag, denn er war endlich mal wieder geprägt durch Unterricht! Vier Stunden Musik, einfach eine herrliche Zeit. Der hohe Krankenstand lässt nicht nach. Um nicht nur Stunden ausfallen zu lassen, übernehme ich in einer Fünferklasse zusätzlich zwei Deutschstunden. Auch für Englisch haben wir eine Schmalspurlösung gefunden, aber immerhin. Da wird sich meine freudig erlebte Zeit nochmals anheben. Wie ich von Kolleginnen hörte, geht es derzeit um Wortarten. Das habe ich alles drauf und könnte gar unvorbereitet reinspringen. Hoffentlich genesen alle die erkrankten Kolleg/innen und Schüler/innen. Personaltechnisch sind das keine einfachen Wochen derzeit.